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Völlig überraschend verstarb Schwester Michaela Kim am 28. März 2019

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Zum 50. Mal hatte sich Schwester Michaela zur Erneuerung ihrer Gelübde für ein paar Tage zurückgezogen, als das Herz nicht mehr schlagen wollte.

Abends zuvor klagte sie über Schmerzen in der Schulter, bekam ein Schmerzmittel und verbrachte eine ruhige Nacht. Morgens fühlte sie eine große Müdigkeit und wollte später am Tag einen Arzt konsultieren. Dazu kam es aber nicht mehr, um 8.40 Uhr hörte ihr Herz auf zu schlagen.

Am 30. März um 10 Uhr versammelten sich die Marienschwestern und hunderte ehemaliger Schützlinge zur Trauerfeier von Schwester Michaela Kim, die in der Turnhalle der Boystown von Pusan stattfand. Nach der Messe begleiteten sie sie auf dem Weg zur letzten Ruhestätte.

Eingeleitet wurde die zutiefst bewegende Messe mit einer Bildpräsentation über die Stationen ihres Lebens und den Worten:

   Unsere Herzen sind betrübt, weil Du uns verlassen hast,

   aber unser Geist erfreut sich an dem, was Du hinterlassen hast:

   Es ist Deine Liebe, die bleibt.

   Hingebungsvoll und standhaft warst Du uns ein Vorbild

   in Deinem Dienst für die Armen und Schwachen.

   Demütig, bescheiden und treu hast Du die Kongregation

   nach dem Tod von Pater Schwartz geleitet.

   Wir werden Dich nie vergessen, Du wirst in unseren Herzen weiterleben.

   Jetzt ruhst Du in Gottes liebender Umarmung. Ruhe in Frieden!

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16 Jahre stand Schwester Michaela als geistliche Leiterin an der Spitze der Schwesternschaft. Neue Heimstätten entstanden in Guadalajara (Mexiko), in Guatemala-Stadt und in Brasilien eröffneten die Schwestern Heimstätten für Mädchen und Jungen. Die ersten Schritte für eine Girlstown in Honduras leitete sie ein.

Ihre Schützlinge spürten schnell, dass sie ein Herz für jeden Einzelnen hatte, dass sie offen für deren Schicksale und Nöte war.

Die Satzung des Ettlinger Vereins machte sie auch zur Vorsitzende des Deutschen Vorstands. Während dieser 16 Jahre kam sie zu unzähligen Besuche nach Ettlingen, stand Mitgliedern, Förderer und Freunden, aber auch Kritikern Rede und Antwort.

Wir werden sie vermissen!

Tansania – Der Grundstein ist gelegt

Am 22. Oktober 2018 waren rund 200 Gäste versammelt, um der feierlichen Grundsteinlegung der ersten Heimstätte der Marienschwestern in Tansania beizuwohnen. 2.000 Mädchen aus armen Verhältnissen sollen hier einmal leben und lernen. Das bewährte Konzept der >Sisters of Mary<, weiterführende Schulbildung und praktisches Lernen in Lehrwerkstätten, wird nun auch in Afrika umgesetzt.

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Kardinal Polycarp Pengo (Erzbischof von Dar es Salaam), Schwester Maria Cho (Oberin der >Sisters of Mary<) und zwei Vertreter der regionalen Verwaltung durchschneiden symbolisch das Band zum Beginn der Bauarbeiten.

Die Pläne der Schwestern sind schon sehr konkret. Mit 150 bis 200 Mädchen möchten sie bereits im Frühjahr 2019 das Pilotprojekt beginnen. Dazu wird ein erstes Gebäude errichtet, welches in etwa fünf Monaten bezugsfertig sein soll. Doch zunächst muss das der Schwesternschaft überlassene Grundstück eingezäunt, ein Brunnen gebohrt und für Strom gesorgt werden.

 

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Bereits am 5. November haben die Marienschwestern ein erstes Angebot für Frauen aus der Nachbarschaft eingerichtet. Neben Englischunterricht stehen auch zehn Nähmaschinen bereit, damit die Frauen einen Schneiderkurs machen können. Doch die Armut überrascht selbst die Marienschwestern. So schreibt Schwester Elena: "Wir haben gemerkt, dass die Frauen mit leerem Magen zu uns kommen. Und so bieten wir ihnen ein kleines Frühstück und ein einfaches Mittagessen an."


 

Die große Geburtstagsfeier am 15. August

 

Es ist ein ganz besonderer Tag in den Heimstätten der Schwestern. Deshalb beginnt er auch mit einer feierlichen Messe, anschließend gibt es ein ausgiebiges Frühstück. In allen Räumen ist die gespannte Unruhe zu spüren. Ganz besonders sind es die neuen Kinder, die diesen Tag noch nie erlebt haben, sie platzen fast vor Ungeduld.

Nach dem Frühstück feiert zunächst jeder der Familien für sich alleine. Als Höhepunkt überreicht die Mutterschwester jedem Kind das persönliche Geschenk. Ein Paar Turnschuhe, ein T-Shirt, ein kleiner Rucksack oder eine wärmende Jacke sind schnell ausgepackt. Dabei haben die Schwestern eine lange Liste mit praktischen und zugleich persönlichen Dingen erstellt, die benötigt werden. Selbstverständlich wird dabei auch nach dem jeweiligen Land und dem Alter geschaut. Auf den Philippinen braucht es keine wärmende Jacke wie in Mexiko oder Guatemala.

 

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Die Schwestern packen die Geschenktüten selbst und haben viel Freude dabei.

 

Wenn alle Geschenke bestaunt sind, stehen gemeinsame Spiele in der jeweiligen Familie auf dem Programm. Hier lassen die Schwestern ihrer Kreativität freien Lauf und in kleinen Wettbewerben erweist sich die Geschicklichkeit als ganz wichtig. Der Höhepunkt des Mittagessens ist der Nachtisch: Es gibt für jeden eine Portion Eis.

 

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Jedes Kind bekommt seine Geschenktüte, mit einem Gruß aus Übersee.

 

Sind die Teller gespült und die Tische geputzt geht es nach draußen. Auch hier gibt es wieder einige Spiele und gemeinsame Vorführungen der einzelnen Jahrgänge. In jedem Jahr wetteifern die Schüler (und auch die Schwestern), welche Aktion am besten gefällt, wann der Applaus am größten ist.

 

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Als kleine Zwischenmahlzeit am Nachmittag werden dann die großen Torten angeschnitten und jedes Kind bekommt ein ordentliches Stück.

 

Nach dem Abendessen treffen sich nochmal alle Schützlinge in der Turnhalle. Ein kurzweiliges Bühnenprogramm haben die einzelnen Lehrer und Schülergruppen vorbereitet. Musikalisches wird zum Besten gegeben, lokale Tänze werden präsentiert und zum Abschluss stehen auch die Schwestern auf der Bühne. Ihr Habit wird durch eine bunte Kordel oder eine Ansteckblume verziert. Sie singen und tanzen züchtig und dennoch voller Hingabe.

Und dann ist der schöne Tag schon fast wieder zu Ende. Um 21.30 Uhr wird das Licht in allen Räumen gelöscht und Nachtruhe kehrt ein. Während die Kinder in ihren Betten noch über den Tag nachdenken hat uns Schwester Elena Belarmino die folgenden Zeilen geschickt:  

„Wir sind von Herzen allen Spendern dankbar, die unseren Schützlingen die Möglichkeit geben, an diesem speziellen Tag ihren Geburtstag zu feiern und wirklich glücklich zu sein. Vielen Dank für die treue Unterstützung unserer Arbeit.“

 
Guatemala - nach dem Vulkanausbruch
 
Am 6. Juni 2018 bestätigte Schwester Zeny aus Guatemala, dass es nach dem Vulkanausbruch keine Verletzten unter den Schützlingen, keine Schäden an den Schulgebäuden gegeben habe. Einzig ein starker Ascheregen habe die beiden Einrichtungen getroffen.
 
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Philippinen: Von der Holzkohle zur Goldmedaille:
Schützling der »Schwestern Maria« gewinnt den 5.000 Meterlauf
Am 25. August 2017 gewinnt Jessie Abelgos die Goldmedaille über 5.000 Meter bei den nationalen Juniorenwettkämpfen auf den Philippinen. Der 15jährige siegt in der Zeit von 17 Minuten und 50,12 Sekunden. Es war sein erster Wettkampf.
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In ärmsten Verhältnisse aufgewachsen, musste er schon in jungen Jahren mit seinem Vater Holzkohle machen. „Oft half ich meinem Vater bis zum Abend. Nur einmal am Tag gab es etwas zu essen. Doch der Reis reichte nicht aus, um die ganze Familie satt zu machen. In meinem Heimatdorf in der Provinz Leyte sind alle bitterarm“ berichtet Jessie nach seinem Sieg.
Die Mutter erfuhr von den Möglichkeiten in den Schulen der Schwestern Maria. Sie nahmen ihn auf und seit zwei Jahren ist er in der Boystown Minglanilla Zuhause. Er besucht dort die Junior-Highschool, erhält drei nahrhafte Mahlzeiten am Tag und teilt mit seinen Klassenkameraden den Schlafsaal. Natürlich absolviert er in seiner Freizeit einen straffen Trainingsplan, der viel Einsatz und Ausdauer fordert.
Seine Wünsche und Hoffnungen erläutert Jesse der lokalen Zeitung: „Der Gewinn dieser Goldmedaille gibt mir hoffentlich die Chance auf ein kostenfreies Stipendium an einer Hochschule. Gleichzeitig kann ich auch als Athlet weiter trainieren und in die Fußstapfen meines Vorbilds treten, der Goldmedaillen-Gewinnerin der Südost-Asienspiele Mary Joy Tabal. Sie und ihr Trainer haben uns vor wenigen Monaten besucht.“
 
 

 

Honduras – Eröffnung der neuen
Heimstätte für Jungen
„Uno, dos, tres“- lautstark zählen die Jungen und die Mädchen die letzten Sekunden, bis das blaue Band vom Präsidenten nebst Gattin, dem Weihbischof und Schwester Maria Cho zerschnitten ist. Unter großem Jubel der Besucher und Schützlinge wird am 28. April 2017 die neue Heimstätte für Jungen in Honduras eingeweiht.
 
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Bereits seit Ende Januar 2017 beherbergt diese die ersten Schützlinge. Auf einer Gesamtfläche von 8.457 m2 sind neben einem großen Schulgebäude, Schlafsälen, Labore und Werkstätten, eine Turnhalle und ein großer Sportplatz zu finden. Langfristig werden 650 Jungen in der Villa de los Niños leben und lernen, um einen weiterführenden Schulabschluss zu erwerben.
 
„Kinder aus ärmsten Verhältnissen werden hier ihre Ausbildung machen, werden hier den Grundstein legen, um ihre Träume realisieren zu können.“ Mit diesen Worten beschrieb Schwester Maria Cho das Anliegen dieser Einrichtung.
 
Doch der Weg dahin war kein leichter, denn das ursprünglich vorgesehene Areal lag in einem anderen Vorort der Hauptstadt. Doch massive Proteste der wohlsituierten Nachbarn stoppten das Projekt. Ratsuchend verweilten die Schwestern in ihren Gebeten und erhielten eine konkrete Antwort. Ein wohlmeinender Geschäftsmann schenkte den Schwestern ein Grundstück für die neue Heimstatt. Es ist doppelt so großes wie das ursprüngliche.
 
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Glady Caballero, die Frau des großzügigen Spenders prophezeit bei der Einweihung: „Diese Jugendlichen werden niemals im Gefängnis oder in einer Erziehungsanstalt für Konfliktkinder landen. Sie werden nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Sie sind die Zukunft Honduras“.