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Merlie

Merlie hat 1995 die Schulen und Lehrwerkstätten der Schwestern auf den Philippinen abgeschlossen. „Batch 95“ trägt sie stolz auf ihrem T-Shirt, wenn sie mal wieder die Einrichtungen in Cavite, nahe Manila, besucht.

Als fünftes von neun Kindern geboren, hat Merlie erleben müssen, wie schwer das Leben sein kann. Aufgewachsen in der Provinz Oriental Mindoro wurde sie schon in jungen Jahren als Arbeitskraft in der Landwirtschaft gebraucht. Sie wuchs auf in einer der fruchtbarsten Gegenden auf den Philippinen, wo Reis, Mais, Gemüse und Früchte angebaut werden. Feldarbeit war die einzige Einnahmequelle der Familie. Regelmäßig eine Schule zu besuchen, war ihr kaum möglich.

Ich gehörte zu den glücklichen und gesegneten Kindern meiner Gegend, weil ich bei den Schwestern Maria einen Platz bekam. Vier anstrengende, aber auch glückliche Jahre durfte ich dort verbringen und Freundschaften fürs Leben schließen. Ich genieße es jedes Mal aufs Neue, wenn ich meine Klassenkameradinnen treffen. Es ist, als würde meine Seele frische Luft atmen.“

Merlie bei ihrer ArbeitMit ihrem Abschlusszeugnis in der Hand fand Merlie Arbeit, musste aber ganz unten in der Hierarchie anfangen und von dem Lohn ihre Eltern und Geschwister unterstützen. Das Leben ist nicht so einfach, aber wir haben es geschafft, leider auf die harte Tour. Neben der normalen Arbeit paukte sie in Abendkursen Fachwissen, bildete sich immer wieder fort. Schließlich qualifizierte sie sich für die Mitarbeit in einer Agentur zur Vermittlung von Schiffsbesatzungen und arbeitete sich hoch bis zur Teamleitung. Dort lernte sie ihren Mann kennen.

Es ist sicher nicht falsch, dass ich mich für eine gut ausgebildete Frau halte, die auch wegen ihrer Arbeit respektiert wird. Meine Crews schätzen meine Kompetenz und sind froh, wenn ich sie vermittle. Ich bin erfolgreich und fahre mein eigenes Auto. Warum auch nicht? Schließlich arbeite ich hart. Mit meinem Mann kann ich sehr gut zusammenarbeiten, wir führen eine gute Ehe und unsere drei Kinder wachsen in einem funktionierenden Elternhaus auf. Immer mal wieder fahren wir am Sonntag raus zu den Schwestern, erleben gemeinsam die Messe und den ganzen Tag mit ihnen und den Schützlingen. Dies tut uns allen gut, auch weil meine Kinder dann besser verstehen, welche Werte mir wichtig sind. Ich bin stolz eines der sogenannten Kinder von Pater Schwartz zu sein, eine Tochter der Schwestern Maria.

Alumni-GruppeEinmal im Halbjahr treffen sich einige aktive Mitglieder der Alumni-Gruppe von den Philippinen zu einem gemeinsamen Brunch. Gerne ist auch Merlie (2. von links) mit ihrer Familie dabei.